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   23.02.14 14:30
    Sehr schöner Blog und gu
   8.10.14 12:29
    . . . nur wie lange n
   29.10.16 08:44
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Defizite

Es gibt ja Menschen, die sind gesichtsblind. Ich bin scheinbar namensblöd.

Ehrlich, ich bin wie so ein Digitalrecorder und kann 10 Jahre später Situationen und Dialoge teilweise noch fast 1:1 widergeben. Ich merk mir Dinge, die kein Schwein braucht, wer wo wohnt, wer wann Geburtstag hat und wer welche Sachen gar nicht isst oder besonders gern.... all das ist gespeichert.

Aber fragt mich jemand, wer das ist - dann steh ich dumm da. Namen kann ich mir einfach nicht gut merken. Wenn ich sie mal gespeichert hab, dann vergess ich sie - wer hätte es gedacht.. tada... - fast nie wieder. Aber bis das mal soweit ist.... das hat schon wirklich einige peinliche Situationen verursacht. Erst kann ich beim Vorstellen nicht mehr sagen, wie derjenige heißt, zwei Minuten später weiß ich aber noch ganz genau, dass seine Schwiegermutter am 11. März Geburtstag hat.

Gestern waren wir auf einer Fotoausstellung. Meine Freundin fotografiert seit Jahrzehnten und hat auch schon seit Jahren eine Fotogruppe, die regelmäßig Ausstellungen macht. Und dann sitzen wir da in ihrem schönen Innenhof und da kommt ein Mädel auf mich zu und ich weiß genau: mit der hab ich viel Zeit in meiner Kindheit verbracht. Das Gesicht war mir total vertraut und die wusste natürlich sofort, wer ich bin und wie ich heiße. Konnte ich mich an sie erinnern? Ja. Aber wusste ich noch ihren Namen? Natürlich nicht.

Was aber noch viel blöder ist: ich bin auch noch sehr egozentrisch. Das heißt, ich merk mir nicht jeden, der mich mal so anquatscht. Aber mich vergisst man halt schlecht. Also, eigentlich vergisst man mich gar nicht. Das liegt vermutlich hauptsächlich an meinem sehr... äh... imposanten Äußeren. Aber meine Schnodderschnauze und mein Hang, mit meiner besserwisserischen Art alle totzuquatschen tun da ihr Übriges.

So kennt man mich überall und in einem gewissen Umkreis zu meinen jeweiligen Lebensmittelpunkten (gewesene und derzeitige) bin ich quasi bekannt wie ein bunter Hund. Klingt jetzt eingebildet, ist aber gar nicht mal so positiv gemeint.

Dumm nur, dass ich mir nicht merken kann, wer da wer ist. Und noch schlimmer: ich bin teilweise so oberflächlich, dass ich die Leute nicht mal mehr zuordnen kann. Und wenn sie mich so ganz und gar gelangweilt haben oder ich halt einfach so eigentlich gedanklich gar nicht bei der Sache war: ja, dann vergess ich die halt ganz.

Und dann steht da so ein Mensch vor mir und begrüßt mich total enthusiastisch und fragt mich, wie es mir so geht und was es so Neues gibt und ich denk mir nur: heilandsackzementnocheins, wer zum Geier ist das?!?

Vielleicht sollte ich meinem Gegenüber prinzipiell mehr Aufmerksamkeit schenken. Dann würde mir sowas vielleicht nicht mehr oder zumindest weniger passieren. Aber wenn ich mir jeden merk, dann speicher ich halt auch alles, was der mir mal so erzählt hat. Ich müll mich quasi zu mit unnützen Informationen.

Es ist nicht so, dass ich im Gespräch - so der andere mal zu Wort kommt *hüstel* - grundsätzlich unhöflich desinteressiert wirke. Bin ich auch gar nicht. Wenn ich jemandem zuhöre, dann tu ich das auch. Aber... ich bin dann im "nicht-speichern"-Modus. Denn sobald ich mich tiefer auf das Gespräch einlasse.... nun ja.

Aber auch wenn ich nicht gesichtsblind bin - ich erkenn die einfach nicht wieder. So gar nicht. Wenn sie dann anfangen zu erzählen, dann komm ich wieder drauf, weil mein Hirn eben doch wieder irgendwelche Infos abgelegt hat und die sich im Hintergrund schnell zusammenbastelt, zu einem mehr oder weniger defizitären Bild. Trotzdem fühl ich mich von wildfremden angehüpft, weil ich die ersten 1-3 Minuten einfach nicht weiß, wer mir da gegenüber steht.

Und wenn ich Pech habe - und das habe ich dann öfter mal - dann geh ich aus dem Gespräch raus und weiß immer noch nicht, wer da grad wieder so begeistert war, mich wiederzusehen. Argh.

Einmal, vor zig Jahren, hat mich eine Frau angesprochen, ungefähr im Alter meiner Mutter. Hat mich alle möglichen Dinge gefragt, die nur jemand erfragen konnte, der mich kannte. Hat mir ein paar Dinge erzählt, die nur jemand erzählen konnte, der mein Umfeld gut kannte. Ich stand die ganze Zeit da, innerlich mit aufgerissenen Augen und aufstehendem Mund, äußerlich unverbindlich lächelnd, man kennt sich ja... , und hatte nicht den Hauch einer Ahnung, mit wem ich da spreche.

Wochen später, in einem anderen Gespräch, das aber so gar nichts damit zu tun hatte - eigentlich - wurde mir klar: das war die Mutter einer ehemaligen Klassenkameradin. Bei der und mit ihrer Mutter hatte ich mal eine Käsesahnetorte zum Geburtstag meiner Mutter gebacken und uns eben auch gut unterhalten. Aber das war 10 Jahre her und ich hätte die auf keinem Foto der Welt wiedererkannt. Neverever. Obwohl ich in dem Haus sicher ein paar Monate lang regelmäßig ein- und ausgegangen bin. Und die hatte sich auch nicht wesentlich verändert. Ich hatte mir nur einfach nicht gemerkt, wie sie aussieht.

Und den Namen der Mutter einer meiner besten Freundinnen, den kann ich mir auch erst seit ein paar Jahren richtig merken. Ich kenne diese Frau, seit ich 7 Jahre alt war. Damals nur sporadisch, auf Schultreffen und der Kerwe, später dann wesentlich intensiver, als meine Freundin ausgezogen ist. Wir haben sie sogar mal im Urlaub auf Rügen getroffen und fast einen ganzen Tag mit ihr und ihrem Lebensgefährten verbracht. Aber erst jetzt weiß ich wirklich (!) wie sie heißt. Lange genug hat es gedauert. Und ich mag sie. Sie heißt sogar wie meine Tante.

Merken... konnte mich mir das trotzdem nicht.
25.9.15 10:42
 
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